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Leserbriefe

Hier finden Sie einige Leserbriefe zum Thema.

Für die Leserbriefe sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich.

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Leserzuschrift zum Artikel „Kasperletheater“ von Julia Falk/PZ-News 08.08.2016
veröffentlicht am 2.7.2016 in der Pforzheimer-Zeitung

 

 

Wer gehofft hatte, daß nach den Auseinandersetzungen um die Ansiedlung von C. Hafner in Wimsheim und im Gefolge personeller Änderungen des Gemeinderats nach den Kommunalwahlen 2014 im politischen Leben der Gemeinde Ruhe einkehren würde, sieht sich getäuscht. Der tiefe Graben zwischen den Ratsmitgliedern von ehedem und den „Neuen“ bricht immer wieder auf, wobei sich die Emotionen vorzugsweise an neuen Themen entzünden, die mit Hafner gar nicht zusammenhängen. Der anwesende Zuschauer erlebt regelmä­ßig zwei einander feindselig gegenüber stehende Parteien, die augen­scheinlich nicht uni sono vom Streben nach einer gedeihlichen Entwicklung der Gemeinde beseelt sind, wie man dies eigentlich erwarten müßte. Während die „Neuen“ ihre vor der Wahl avisierten Themen einzu­bringen versuchen, legen die „Alten“ das Schwergewicht ihres Bemühens auf die Abwehr jeglicher Aktivitä­ten der „Neuen“, die ihnen angesichts der Stimmenvertei­lung von 7:5 fast garantiert ist.

Den Bürgermeister, Vorsitzender und stimmberechtigtes Mitglied des Gemeinderats in personam, findet man ausnahmslos auf der Seite der „Alten“ und damit in permanentem Gegensatz zu den „Neuen“, was im Grun­de beweist, daß jeder Gemeinderatssitzung eine Art partikulärer Vorabstimmung vorausgeht. Den „Neuen“ steht ein monolithischer Block gegenüber, der jeden Versuch einer Kooperation kategorisch verhindert.

Dem Vorsitzenden obläge es, im Interesse der Arbeitsfähigkeit des Gesamtrats, ausgleichend zu wirken und aufkommende Zwistigkeiten zu moderieren. Dies macht die Qualität eines guten Gesprächsleiters aus, erfordert jedoch dessen Überparteilichkeit, wenn er glaubwürdig bleiben will. Bürgermeister Weisbrich hat bei vielen Gelegenheiten den Beweis erbracht, daß es ihm gerade an diesen Eigenschaften gebricht und mithin an der Fähigkeit, ein öffentliches Amt zum Wohle aller Bürger auszuüben. Ernsthafte Beiträge von Mitgliedern des Gemeinderats als „Kasperletheater“ zu apostrophieren, ist nicht nur momentaner Ausfluß ei­ner Unbeherrschtheit, sondern kann als aktive Beleidigung aufgefaßt werden. Es dürfte schwer sein, in die­ser feindseligen Atmosphäre gemeinschaftlich dem gemeindlichen Wohl zu dienen, und man kann Zweifel haben, ob dies vom Bürgermeister und seinen Gesinnungsgenossen überhaupt gewollt ist. Die Mög­lichkeit – vielleicht auch die Pflicht – liegt bei Letzteren. Ihre Nutzung gereichte jenen zur Ehre und der Gemeinde zum Wohle.

 
Wolfgang Jentner, Wimsheim

 

Leserbrief, veröffentlicht in der Leonberger Kreiszeitung vom 24.6.16

 

Anfangs schien es eine normale Gemeinderatssitzung zu werden. TOP 2, es wurde zum Gemeindewald (Naturwaldbetrieb) referiert, mit längerer Diskussion einiger jagdinteressierten Gemeinderäte. Nun zu TOP 3, Ratsinformationssystem, Antrag zur Einführung und Anschaffung. Hier folgte zunächst Sachstandsinfo, danach die Empfehlung der Verwaltung, den Antrag abzulehnen. Da dies den antragstellenden Fraktionen unverständlich erschien, machten sie den Vorschlag, den Antrag zu vertagen, was erwartungsgemäß vom Bürgermeister und von den beiden anderen Fraktionen abgelehnt wurde. So weit war es eine „normale“ Gemeinderatssitzung.  Es fiel weder ein ungebührliches Wort, noch hatte jemand ungefragt dazwischengerufen.

Hätte nun nicht der Bürgermeister selbst, diese Diskussion mit den Worten, dass er das “Kaspertheater“ jetzt beenden wird, abgeschlossen. Ein Mitglied der antragstellenden Fraktionen, bat diese Bemerkung in das Sitzungsprotokoll aufzunehmen. Danach ging man zur Tagesordnung über. Am Ende der Sitzung erklärte ein Gemeinderat der antragstellenden Fraktionen, dass er davon ausgehe, dass die Gemeinderäte ihr Mandat nach bestem Wissen und Gewissen ausführen. Dass dann die Tätigkeit des Gemeinderats vom Bürgermeister öffentlich als Kaspertheater bezeichnet wird, sei hochgradig despektierlich.

Sofort griff der Bürgermeister den Vortragenden und weitere Mitglieder der Fraktionen BI und WM an und warf ihnen länger zurückliegende Diskrepanzen, wie Scheitern einer Mediation, das Stellen von Anträgen usw., vor.  Er ging so weit, dass er ihnen zum Vorwurf machte, dass sie sich nicht an der sogenannten Nachsitzung im Wirtshaus beteiligen! Dem folgte ein heftiges Wortgefecht. In der Bürgerfrageviertelstunde durften dieses Mal erstaunlicher Weise von bestimmter Seite Kommentare und Zusammenfassungen vorgetragen werden, ganz im Gegenteil zu vergangenen Sitzungen in denen nur jeweils nur Fragestellungen erlaubt waren. Ein solches Verhalten in der Öffentlichkeit ist nach meiner Meinung für keinen Bürgermeister zuträglich!

 

Renate D’Altilia

 
 
veröffentlicht am 14.3.2016
 

Der Titel des Artikels suggeriert, dass Herr Weisbrich bei der umstrittenen Ansiedlung eines Industriebetriebs mit problematischen Emissionen direkt am Ortsrand von Wimsheim alles richtig gemacht hat. Die Frage, ob dieser Betrieb zu Wimsheim und seinen Bürgern passt, kann nicht juristisch beantwortet werden. Dass sich Bürger mit Petitionen, Bürgerbegehren und Klagen so massiv gegen ein Projekt wehren ist außergewöhnlich und zeigt, dass etwas gewaltig schief gelaufen ist in der Gemeinde. Statt auf einen breiten Konsens in der Bürgerschaft hinsichtlich der Entwicklung und Verwendung der letzten verfügbaren Gewerbeflächen zu setzen, hat sich Weisbrich mit seinen Räten von vornherein auf einen einzigen Investor festgelegt. Wohl wissend, dass die mit diesem Projekt verbundenen Risiken und Emissionen Widerstände bei den Bürgern auslösen werden, bediente man sich von Anfang an hochkarätiger Anwälte um das Ansinnen formaljuristisch wasserdicht zu machen. Alternativlos wurde dieses Projekt gegen den Willen und die Interessen breiter Bevölkerungsteile in Wimsheim und in Nachbarkommunen initiiert und durchgezogen. Der daraus resultierende Streit mit Bürgern und Nachbarkommune wurde im Interesse der Zielerreichung als Kollateralschaden billigend in Kauf genommen. Da dem Bürgermeister die Einsicht fehlt, dass man in einer Demokratie gegen die Überzeugungen und Wünsche eines erheblichen Teils der Bevölkerung keine erfolgreiche Politik machen kann, ist von ihm auch kein Beitrag zur Befriedung des weiter schwelenden Konflikts zu erwarten. In dem er einseitig die Unterstützer des Projekts für ihre Verdienste lobt, zementiert Weisbrich den Riss in der Gemeinde und scheint zur Konfliktbewältigung weder Willens noch in der Lage. Ihm genügt das verbliebene Restvertrauen der Unterstützer seiner Politik, ein weitergehender Anspruch ist nicht erkennbar.

 

Bernd Kryzon Friolzheim

 

 

Leserbrief von Bernd Kryzon zum Artikel der Leonberger Zeitung vom 17.10.15 "Hafner ist jetzt Teil des Heckengäus" (veröffentlicht in der LKZ am 23.10.2015)
 
 
Es ist ja lang geübte Tradition bei Einweihungen wie auch bei Trauerfeiern den Anlassgeber in bestem Licht erscheinen zu lassen. Dennoch erwartet der Leser gerade von der schreibenden Zunft den Blick auf die ganze Wahrheit. So werden beispielsweise in der Ansiedlungschronik wichtige Fakten unterschlagen:
Die 
Nachbargemeinde Friolzheim hat nicht nur eine Klage gegen den Bebauungsplan 'erwogen', sondern dagegen auch Klage beim Verwaltungsgerichtshof eingereicht.
Darüber hinaus sind weitere Klagen von Bürgern und sogar vom erwähnten direkten Hafner-Nachbar Altatec-Camlog anhängig. Diese richten sich im Kern gegen die geplante aber längst noch nicht realisierte Scheiderei und Gekrätzveraschung auf dem Hafnergelände. Zu diesen Klagen liegen, entgegen dem im Artikel suggerierten Eindruck 'alle Klagen scheitern', bisher keine Gerichtsentscheide vor und der Ausgang ist völlig offen.
Selbst der Widerspruch der Gemeinde Friolzheim gegen die Baugenehmigung der jetzt eingeweihten Gebäude ist im Hinblick auf eine offene Petition bisher noch nicht entschieden.

Mit seiner Aussage, die Bürger 
sehen in der Hafner-Ansiedlung mehrheitlich eine große Chance, verwechselt der Kommentator in der Euphorie möglicherweise die Stimmung unter den geladenen Gästen mit der der Bürger.
Jedenfalls dürfte sich die Begeisterung für die geplante und bisher noch nicht realisierte Scheiderei und Gekrätzveraschung, eine Müllverbrennung mit problematischen Emissionen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum eigenen Häusle für jedermann nachvollziehbar weiterhin in engen Grenzen halten. Insofern liegt den Kontroversen um Hafner auch eine völlig andere Problematik als beim Entwicklungszentrum von Bosch zu Grunde.

Der Hafner-Konflikt wird sich dauerhaft nur 
dadurch lösen lassen, dass sich alle Beteiligten mit dem Status quo abfinden - ohne Scheiderei und Gekrätzveraschung! Erst dann wäre Hafner ein willkommener Teil des Heckengäus.
 
 

 

Leserbrief von Bernd Kryzon aus Friolzheim
veröffentlicht in der LKZ 29.5.15:

 

Zu spät bemerkt:

Dass die schwankende Zusammensetzung von Gekrätz Emissionsprobleme verursacht, sollte den Initiatoren dieses Vorhabens von Anfang an klar gewesen sein. 

Eine Verbrennungsanlage dieser Art unterliegt daher auch den Vorschriften der Bundesimmissionsschutzverordnung, die jedoch im besten Fall die Einhaltung gewisser Höchstgrenzen sicherstellen kann. Mit der Restbelastung müssen Bürger und Anlieger, in diesem Fall ein Unternehmen der Medizintechnik, dauerhaft leben.
Mit Altatec, dem größten Arbeitgeber der Gemeinde, wehrt sich nun neben der Nachbarkommune Friolzheim ein weiterer Anlieger gegen dieses Bau­vorhaben vor dem Verwaltungsgerichtshof. Eine Müllverbrennungsanlage im Umfeld international renommierter Unternehmen wie z.B. Porsche, Bosch, Bertrandt u.a. passt nun mal weder in die Region und schon gar nicht direkt neben einen Marktführer medizintechnischer Reinraumprodukte. Dies hätte man früher erkennen können und, nicht zuletzt auch im Interesse der Planungssicherheit des Investors Hafner, auch erkennen müssen. Wenn die Gemeinde Wimsheim bestehende Arbeitsplätze und eine prosperierende Entwicklung nicht gefährden will, ist sie gut beraten, den Bebauungsplan neu auszuloten und den Bedürfnissen seines wichtigsten Gewerbesteuerzahlers anzupassen. Dies wäre auch ein längst überfälliger und vernünftiger Schritt auf dem Weg den Frieden im Ort und mit der Nachbarkommune wieder herzustellen.

 

*) Für die Leserbriefe sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich.

 



Leserbrief; gesandt an die Pforzheimer Zeitung:

 

Beitrag zum Leserforum der PZ als Reaktion auf den Artikel in der PZ vom 15.4.2015

 

Der Artikel „Vorwürfe an die Hafner-Kritiker“ aus der Feder der PZ-Redakteurin Sabine Mayer-Reichard beweist ein­mal mehr, daß der immer noch bestehende Konflikt um die Hafner-Ansiedlung wesentlich in der Person des Wimsheimer Bürgermeisters begründet ist. Allein die Tatsache, daß Herr Weisbrich seine Kritik an Teilen des Gemeinderats auf öffentlichem Markt vorträgt, zeigt unverhohlen, daß es ihm gar nicht um Konfliktbewälti­gung, sondern um einseitige Schuldzuweisung geht. Der Bürgermeister könnte alle Konflikt­themen in direk­tem Gespräch mit den Ratsmitgliedern entschärfen, wenn er nur wollte. Diese haben mehr­fach ihre Bereit­schaft dazu erklärt, einzelne Gespräche haben sogar bereits stattgefunden. Wenn Herr Weisbrich gerade jetzt die Öffentlichkeit sucht, konterkariert er im Grunde sein eigenes Anliegen, was seine Glaubwürdigkeit nicht gerade stärkt.

 

Auch die Forderung, die „neuen“ Gemeinderäte der Listen „Bürgerinitiative“ und „Wimsheim Miteinander“ mögen sich für vermeintliche Verfehlungen aus der „Kampfzeit“ um Hafner bei den Mitgliedern des „alten“ Rats entschuldigen, wird ja kaum als Basis für einen neuen Anfang verstanden werden können. Diese wären allein der Bürgerinitiative Wimsheim (BIW) als juristische Person anzulasten, ganz sicher aber nicht einzelnen Ratsmitgliedern. Hier mangelt es dem Bürgermeister augenscheinlich an Differenzierungsschärfe. Oder deutlicher: Wenn Herr Weisbrich mit den „Neuen“ ein Problem hat, mag er dieses mit den betreffenden Personen bereden. Besteht das Problem mit der BIW, ist der richtige Ansprechpartner der BIW-Vorstand. Es geht im Grunde also um einfache Zustän­digkeiten, die ein Bürgermeister eigentlich unterscheiden können müßte.

 

Einem gut gemeinten Rat sollte sich Herr Weisbrich allerdings nicht verschließen: Zwölf (!) Dienstaufsichts­beschwerden und zwei (!) Strafanzeigen gegen einen Amtsinhaber sind kein Ausweis für eine bürgerfreundli­che Amtsführung und stellen sich in der Vita eines Bürgermeisters nicht besonders positiv dar. Dies würde so­gar dann gelten, wenn sie rechtlich folgenlos geblieben wären, was i.ü. nicht bei allen der Fall ist.

  

Prof.Dr. Wolfgang Jentner, Wimsheim


 

Leserbrief veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 14.03.2015

 

Einige Bürger in Wimsheim können es noch immer nicht in die Realität umsetzen, dass eine Kommunalwahl der Ausdruck des Wählerwillens ist. Wie sonst kann Dieter Schlittenhardt einen großen Teil der Wimsheimer Bürger derart beleidigen in dem er unterstellt, dass sich die, von ihnen  gewählten Gemeinderäte (sogar mit Hilfe des Kommunalwahlrechts) ihre Sitze erschlichen hätten. Er sollte akzeptieren, von mündigen Bürgern umgeben zu sein!

 

Vielmehr gewinnt man in Wimsheim den Eindruck, dass sich einige Wenige nicht damit abfinden können, dass gerade die, der Interessengemeinschaft für Wimsheim (IFW), am nächsten stehenden früheren Gemeinderäte, nicht mehr in den Gemeinderat gewählt wurden und dass aus den Reihen der IFW kein einziger Kandidat in den Gemeinderat gekommen ist.

 

Es muss doch dann auch fast ein Jahr nach der Wahl endlich aufhören, dass man mit allen Mitteln versucht die neuen Gemeinderäte schlecht zu machen. Nun muss man schon mehrere Jahre zurückgreifen, damit man etwas findet, das als Vorwurf dienen soll.

 

Vielmehr sollte man die neuen Gemeinderäte unterstützen, damit auch in Wimsheim eine neue Kultur der Bürgernähe und Offenheit in den Gemeinderat einziehen kann. Wir schreiben heute das Jahr 2015!

 

Renate D’Altilia,  Wimsheim

 


 

Zum Leserbrief von Peter Boßert „Verhindern um jeden Preis“ vom 11.02.15 in der Leonberger Kreiszeitung

 

 

Zu den Äußerungen und Angriffen von Herrn Boßert, die stark auf meine Person zielen, möchte ich gerne Stellung nehmen.

 

Herr Bossert kritisiert mich, dass ich in der Versammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes Heckengäu für die Erweiterung des Porsche Entwicklungszentrums gestimmt habe, trotz der von ihm beschriebenen angeblich unkalkulierbaren Gefahren durch Chemikalien und Schadstoffe, die vom Entwicklungszentrum in Weissach ausgehen würden. Herr Bossert hat sich noch nie mit mir über die Fa. Porsche unterhalten und kann daher nicht wissen, welchen Einblick ich tatsächlich in die Aktivitäten im Entwicklungszentrum habe. Auch hat er nicht bei mir nachgefragt, wie ich mich auf diese Entscheidung vorbereitet habe. Über tatsächliche Gefahren kann er sich bestimmt bei einem der vielen in Wimsheim lebenden Porsche-Entwicklungsingenieure erkundigen. Gerne möchte ich ergänzen, dass im Vergleich zu den vielen Zwischenfällen in Pforzheimer Gold- und Silberscheidenanstalten, über die in den letzten Jahren berichtet wurde, es meines Wissens keine vergleichbaren Meldungen aus dem Porsche Entwicklungszentrum gibt.

 

Über die unterschiedlichen Aktivitäten hinaus, ist auch in Bezug auf Ortsnähe und vorherrschende Windrichtungen die Lage des Porsche Entwicklungszentrums überhaupt nicht mit dem Standort der Hafner-Ansiedlung in Wimsheim zu vergleichen.

 

Mit dem Antrag auf Akteneinsicht in Sachen Bebauungsplan und Verkauf Breitloh-West II an die Fa. C. Hafner unterstellen wir neue Gemeinderäte der Listen BI und WM entgegen der Aussage von Herrn Bossert dem früheren Gemeinderat keineswegs, dass er sich nicht informiert hat. Vielmehr möchten wir wissen, ob der damalige Gemeinderat überhaupt alle Informationen erhalten hat, um die Entscheidung gründlich abzuwägen und alle Aspekte zu berücksichtigen.

  

Zur Ortsmitte wurden auch innerhalb der Bürgerinitiative Wimsheim e.V. verschiedene Möglichkeiten diskutiert, die von vielen Bürgern an uns herangetragen wurden. Wir haben uns als neue Gemeinderäte an keiner Stelle gegen den Bau von barrierefreien seniorengerechten Wohnungen gewandt. Unsere Stimmen gegen den aktuellen Entwurf der Ortsmitte richten sich ausschließlich gegen das stilistische Konzept des Bauvorhabens und sind auch der unseres Erachtens bis heute fehlenden Perspektive für die zweite Gewerbeeinheit auf Ebene des Platzes geschuldet.


Abschießend würde ich mir wünschen, dass Herr Bossert das Schreiben eines Leserbriefes genauso gründlich vorbereitet, wie er sich in seiner Zeit als aktiver Gemeinderat in der Regel auf die Gemeinderatssitzungen vorbereitet hat.

 

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling, Wimsheim

Gemeinderat der Liste Bürgerinitiative

 

 


 

 

Leserbrief gesandt an die Pforzhemer Zeitung und leicht verändert veröffentlich am 30.8.2014 von der Pforzheimer Zeitung:

 

Das Wahlergebnis spricht Bände

Die im Leserforum am 9.8.2014 veröffentlichten Lesermeinungen von D. Schlittenhardt und H. Kaufmann be­dürfen dringend der Richtigstellung, weil sie die Tatsachen z.T. auf den Kopf stellen und die Leser dadurch der Desinformation preisgeben.

 

Zunächst ist festzustellen, daß die Bürgerinitiative Wimsheim (BIW) als Vertreterin von mehr als 800 - re­spektive ca. 40 % - wahlbe­rechtigten Bürgern Wimsheims (durch rechtsgültige Unterschriften belegt) auf der Grundlage geltender Ge­setze versucht, die in unseren Augen risikoreiche Ansiedlung der Hafner-Betriebe in Wimsheim zu verhin­dern. Die BIW organisierte hierzu mehrere Bürgerbegehren an den hiesigen Gemeinde­rat, die einen Bürger­entscheid über den Verkauf des betroffenen Grundstücks an C. Hafner bezweckten.

 

Der Wimsheimer Gemeinderat, beraten durch ein einschlägig bekanntes Planungsunternehmen und begleitet von einer Rechtsanwaltskanzlei, die im Internet indirekt mit der rechtssicheren Durchführung kommunaler Projekte wirbt, hat allein drei Bürgerbegehren als unzulässig abgewiesen und auf diese Weise viele Mitbürger vor den Kopf gestoßen Die BIW ist vor den Verwaltungsgerichten mit ihren Beschwerden nur deshalb ge­scheitert, weil sogar die in den Bürgerbegehren thematisierte Grundstücksveräußerung als gesetzeswidrige Einflußnah­me auf die nur vier Wochen nach der ersten Bekanntgabe des Projekts vom Gemeinderat eilig be­schlossene Bauleitplanung gedeutet worden ist. Nicht die BIW hat also gegen das Gesetz gehandelt, sondern der Ge­meinderat samt Bürgermeister haben einen großen Teil der Bürger von ihrer legitimen Entscheidungs­möglichkeit bewußt ausgesperrt. Eine von der BIW frühzeitig vorgeschlagene Bürgerbefragung über den be­absichtigten Grundstücksverkauf hat der Gemeinderat gleichfalls zurückgewiesen und damit eine probate Mög­lichkeit zur Wiederherstellung des tief gestörten Ortsfriedens leichtfertig vergeben.

 

Als Mitglieder der BIW sind wir der Überzeugung, daß sich Demokratie nicht im Ankreuzen bestimmter Per­sonennamen auf Wahlvorschlägen im Abstand mehrerer Jahre erschöpfen darf. Umgekehrt haben sich die gewählten Vertreter der Bürger jederzeit und besonders vor bedeutenden Entscheidungen zu vergewissern, ob sie noch im Interesse und Auftrag ihrer Wähler handeln. Neuere politische Bestrebungen tragen dieser Sichtweise Rechnung, indem in allen Bundesländern erleichterte Regelungen für direkte Demokratie in Ge­setze gegossen werden. Leider ist Baden-Württemberg diesbezüglich immer noch Schlußlicht.

 

Zum Schluß: Wenn man die Kommunalwahlen am 25.5.2014 als Volksabstimmung im Sinne eines Bürgerent­scheids werten will, was vor dem Hintergrund der spezifischen Fragestellungen problematisch scheint, sei hier auf das Wimsheimer Wahlergebnis verwiesen: Von 12 Gemeinderäten wurden immerhin fünf abgewählt; zwei neue, der Hafner-Ansiedlung kritisch gegenüberstehende Listen, die sich mehr Bürgernähe und aktive Bürgerbeteiligung auf die Fahnen schreiben, besetzen aus dem Stand fünf Sitze. Das sollte den verbliebenen Mitgliedern des alten Gemeinderats zu denken geben und sie daran erinnern, daß wir im 21. Jahrhundert le­ben.

 

 

Prof.Dr. Wolfgang Jentner, Wimsheim

 

 


 

Leserbrief von Sandra Bischoff

veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 17.5.2014

 

Sind die Zugezogenen in Wimsheim 2. Klasse? 

Schon wieder ein Leserbrief eines pro Hafner- Gesangsvereinsmitglieds, der persönlich die „unechten Wimsheimer“ angreift. Sind diese Menschen denn schlechtere Bürger?. Wie viele Wimsheimer können schon sagen, seit ihrer Geburt in Wimsheim zu leben? Warum machen gestandene Bürger das? Ständige Schuldzuweisungen, wer am Konflikt im Ort Schuld ist. Tatsache ist, zum Streit gehören immer zwei.
In der Verwaltung wurden meiner Meinung nach Fehler gemacht. Es wurde nie ergebnisoffen verhandelt, dies wurde dem Bürger aber so vermittelt , somit ist der Zorn vieler Wimsheimer verständlich, denn es hieß von Herrn Weisbrich gebetsmühlenartig immer, es ist noch nichts entschieden. Die Bürger können mit Ihren Einwürfen Einfluss nehmen.
Es gibt keinen Grund dafür. Die Sache Hafner war auch ohne Befürworter oder Gegner von Anfang an entschieden. Nie hat sich der bisherige Gemeinderat für die Bürgermeinung interessiert. Von oben herab mit Sachverständigenmiene hieß es die Bevölkerung weiß doch nichts und kann dies nicht beurteilen. 
Viele Menschen, sind wie ich, enttäuscht über die Ignoranz des amtierenden Gemeinderates und werden dieses in der Kommunalwahl auch zeigen. 
48 Bewerber für dieses Amt, gab es noch nie, und wird es vermutlich nie wieder in Wimsheim geben. Aber auch dies ist doch offensichtlich ein Zeichen, das dringend eine Änderung in der Bevölkerung gewünscht wird, warum sonst hätten sich so viele Bewerber aufstellen lassen.
Wenn die Bewerber der Liste der Bürgerinitiative diese Energie, die sie seither für das Lesen der Gutachten, der Sachverständigenberichte usw. für ihren Job als Gemeinderat für Wimsheim einsetzen und die Bürgernähe beibehalten, ist dies ein unermesslicher Gewinn für Wimsheim.
Ich finde es ist durchaus wünschenswert, dass der Wind sich dreht und in Wimsheim ein neuer Gemeinderat gewählt wird. 
Dies wird mit Sicherheit die spannendste Wahl in der Geschichte Wimsheims. Ich lebe schon mein ganzes Leben in Wimsheim und bin, ja gerade deswegen, gegen eine Ansiedelung einer Gold und Silberscheideanstalt im Abstand von 150 m zum Haus der nächsten Familie. 

Sandra Bischoff, Wimsheim von Anfang an

 

 


 

Leserbrief von  Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim, veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 17.5.2014

 

Kosten und Folgen der Ansiedlung von C. Hafner in Wimsheim

 

Bei der Gemeinderatssitzung in Wimsheim vom 13.05.2014 wurden u.a. die Kosten für das Bebauungsplanverfahren offengelegt. Die PZ berichtete darüber am 15.05. Als Bürgermeister Weisbrich die Beträge von 19.000€ für die Rechtsberatung und 145.000€ für die Bearbeitung der Einwendungen von Seiten der Bürger nannte, konnte man bei einigen Gemeinderäten und auch Zuhörern ein Kopfschütteln erkennen.


Fakt ist, dass diese Ausgaben im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens angefallen sind, weil sehr viele Wimsheimer Bürger mit der Forderung nach einem Bürgerbegehren und mit einer Vielzahl von persönlichen Einwendungen im Rahmen des Verfahrens von ihren Bürgerrechten Gebrauch gemacht haben. Stellt man die Frage, ob diese Ausgaben notwendig gewesen sind, kommt man nach sachlicher Abwägung zum Schluss, dass es vor allem in der Hand des amtierenden Wimsheimer Gemeinderates gelegen hätte, durch eine frühzeitige Bürgerbefragung zur Ansiedlung von C. Hafner genau diese Kosten zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.


Nicht beantwortet werden kann dagegen die Frage, ob die negativen Folgen einer Ansiedlung der Fa. C. Hafner mit dem erheblich belästigenden Betriebsteil „Gekrätzveraschung“ für Wimsheim in Zukunft nicht um ein Vielfaches schwerer wiegen werden als die zuvor beschriebenen Verfahrenskosten. Für diese Folgen wären ausschließlich Bürgermeister Weisbrich und der aktuell noch amtierende Gemeinderat verantwortlich.

 

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim.

 

 


 

Leserbrief veröffentlicht in der Leonberger Zeitung vom 24.04.2014

 
Echte Wimsheimer? 
 
Ich nehme hier Bezug auf den veröffentlichten Leserbrief von Herrn H.D.Müller ("Alles ist überprüft worden")
Ich habe Bedenken wegen der Ansiedlung der Firma C.Hafner bei der Gemeinde bezüglich der Ansaugung von Schadstoffen durch meine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage in unserem Wohnhaus eingereicht. Der Bürgermeister informierte auf der Gemeinderatssitzung vom 25.3.14 darüber, dass die Firma Altatec eine Stellungnahme mit Befürchtungen von Einwirkungen auf ihre betrieblichen Prozesse abgegeben habe. Die Firma Hafner habe sich nun verpflichtet deshalb zusätzliche geeignete technische und bauliche Maßnahmen bei sich zu treffen. Warum werden aufgrund der Bedenken der Bürger keine solche zusätzlichen, anscheinend doch möglichen, über das gesetzliche Maß hinausgehenden Maßnahmen überprüft und angeboten oder vom Gemeinderat gefordert? In der themenorientierten Synopse auf der Homepage der Gemeinde steht doch die Frage Gelangen über Kamine und Filteranlagen (..) krebserregende Stoffe ins Freie?“ In den Erläuterungen dazu steht: „Das ist nicht auszuschließen.“ Ich jedenfalls, wie viele andere Bürger, habe auf meine Bedenken noch keine Antwort erhalten.
 
Der Verfasser des genannten Leserbriefes will über „echte“ Wimsheimer aufklären.
Meines Erachtens nach ist doch das erste Kriterium ein Wimsheimer zu sein,
in Wimsheim zu wohnen. Wer hat das Recht Wimsheimer in „echte“ und „nicht echte“ Wimsheimer einzuteilen? 
Ich möchte es dem werten Leser überlassen, zu beurteilen, wer hier versucht,
die Dorfgemeinschaft weiter zu spalten.
 
Klaus Boller, Wimsheim


 

 Leserbrief veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 05.04.2014

 

 

 

Alles richtig gemacht?

 

 

 

Der Bebauungsplan Breitloh-West II wurde am 25.03.2014 vom Wimsheimer Gemeinderat verabschiedet. Demnächst werden in Breitloh-West II wohl die Bauarbeiten der Fa. C. Hafner beginnen. „Alles richtig gemacht!“ werden sich Bürgermeister und der amtierende Gemeinderat wohl wieder auf die Schultern klopfen. Ein paar wenige bekannte Anhänger der IFW werden auch wieder Beifall geben und die Protagonisten der Hafner-Ansiedlung, angeführt von Bürgermeister Weisbrich laden die Schuld für den Konflikt im Ort mal wieder bei der Bürgerinitiative ab.

 

 

 

„Alles richtig gemacht?“ Ich würde sagen „Alles rechtlich korrekt gemacht“, zumindest weitestgehend, wenn man mal von so Kleinigkeiten, wie z.B. der  Gemeinderatssitzung vom 04.02.2014 oder der öffentlichen Falschaussage des Rechtsberaters der Gemeinde zur Rechtmäßigkeit von informellen Bürgerbefragungen absieht.

 

 

 

„Alles richtig gemacht?“ Aus Sicht eines betroffenen Bürgers sehe ich das anders. Bis heute zeigen weder Bürgermeister noch Gemeinderat irgendwelches Einfühlungsvermögen für die Bedenken und Ängste von zumindest über 800 Wimsheimer Bürgern, die sich namentlich schon im Februar 2013 gegen die Ansiedlung der Fa. C. Hafner ausgesprochen haben. Fast alle Einwendungen von Bürgern aus Wimsheim und den Nachbargemeinden sowie von öffentlichen Trägern wurden auf der Gemeinderatssitzung am 25.03 von beauftragten Technokraten und Rechtsberatern beantwortet. Dass es von Seiten des Gemeinderats keinerlei Rückfragen zur Beantwortung der Einwendungen, die auf die konkreten Ängste der Bürger zielen, gab spricht dabei Bände. Diese Einwendungen wurden von den Akteuren überwiegend mit dem Argument, dass sie nicht das Bebauungsplanverfahren betreffen, „rechtlich korrekt“ beiseite geschoben.

 

 

 

Ich erlaube mir daher die Frage zu stellen, ob sich Bürgermeister und Gemeinderat bis heute überhaupt mit den Ängsten und Bedenken der Bürger beschäftigt haben und damit ihrer Verantwortung als Bürgervertreter nachkommen. Oder ist eine kleine Gemeinde wie Wimsheim schon allein aus diesem Grunde mit einem Projekt dieser Größenordnung einfach überfordert?

 

 

 

Und die Fa. C. Hafner? Die Geschäftsführung bleibt der Öffentlichkeit in Wimsheim bis heute die Antwort schuldig, warum man sich an einem bzgl. Ortskernnähe, Frischluftzufuhr und in weiten Teilen fehlender Bürgerakzeptanz denkbar ungünstigen Standort ansiedeln möchte, obwohl man bereits seit längerem im Besitz eines viel geeigneteren Standorts im Pforzheimer Gebiet Buchbusch nahe der Autobahnauffahrt Pforzheim-Nord  ist.

 

 

 

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim.

 

 

 

 


 

Leserbrief veröffentlicht in der Leonberger Kreiszeitung vom 8.3.2014

 

 

Ist der Kahlhieb des Waldes  Breitloh-West II ein Wortbruch der Gemeinde?

 

Am 03. März haben in Wimsheim die Rodungsarbeiten in Breitloh-West II begonnen, um endgültig unumkehrbare Fakten zu schaffen in der nach wie vor umstrittenen Ansiedlung der Fa. C. Hafner. Bürgermeister Weisbrich rechtfertigt diese Arbeiten auf Nachfrage mit einer Kahlhiebgenehmigung des Landratsamtes, die vom Petitionsausschuss des Landtages bestätigt wurde.

 

In diesem Zusammenhang erlaube ich mir zu erinnern, dass es noch keinen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt und Bürgermeister und Gemeinderäte sich im Bebauungsplan-Entwurf vom 10.09.2013 aus Gründen des Naturschutzes zumindest in hohem Maße moralisch verpflichtet haben, Fällungsarbeiten nur zwischen Oktober und Februar durchzuführen.

 

Auf Nachfrage, wie sich die Vorgehensweise mit dem Bebauungsplanverfahren vereinbaren lässt, bekommt man die Auskunft, dass die Entscheidung über eine Waldumwandlung erst nach Abwägung der Einwände zum Bebauungsplan erfolgen kann. Aber wie wird dann den Bedenken/Einwendungen, die sich auf die Fällung des Immissionsschutzwaldes selbst beziehen, umgegangen?

 

Mit dem Abholzen werden nicht rückgängig machbare Fakten geschaffen, völlig unabhängig davon, ob nach Abwägung der Eingaben zum Bebauungsplan die endgültige Waldumwandlungsgenehmigung erteilt wird oder nicht. Und Bürgermeister Weisbrich suggeriert den Bürgern, dass diese Abholzung und die Waldumwandlungsgenehmigung nichts miteinander zu tun haben. Ob er das wohl selbst glaubt?

 

Dieses Versteckspiel hinter Rechtspositionen ist für viele Wimsheimer mittlerweile unerträglich. Ich persönlich empfinde die Vorgehensweise in Breitloh-West II eindeutig als Wortbruch – ob von Seiten Herr Weisbrich oder auch des Gemeinderates lässt sich vermutlich nur auf Basis der Protokolle von nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen beurteilen.

 

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim.

 

 


 

 

Leserbrief von Bernd Kryzon veröffentlicht am 03.03.2014 in der Leonberger Kreiszeitung: 

 

Leserbrief zum Artikel "Geht Hafner-Streit in die nächste Runde?" :

 

Bei der Stellungnahme des Landratsamtes handelt es sich im Gegensatz zu dem
vorliegenden Rechtsgutachten des Anwalts der Bürgerinitiative Wimsheim e.V.
nicht um ein Gutachten. Insoweit differenziert der Artikel hier
unzureichend. Das von der Bürgerinitiative vorgelegte Rechtsgutachten ist
klar und eindeutig und fasst die herrschende Rechtsauffassung wie folgt
zusammen: Eine freiwillige Bürgerbefragung ist jederzeit zulässig ! Damit
können sich Bürgermeister und Gemeinderäte nicht länger hinter den
Falschaussagen ihres Rechtsvertreters verstecken.
Mit der vorschnellen Genehmigung des Bauantrags sowie dem überhasteten
Verkauf des Grundstücks haben Bürgermeister und Gemeinderäte nicht nur ihre
Bürger sondern auch die Nachbargemeinde Friolzheim erneut brüskiert. Während
diese noch immer auf eine Antwort zu ihren umfangreichen Stellungnahmen
warten, sollten eiligst Fakten geschaffen und der Widerstand endgültig
gebrochen werden. Den Akteuren musste in Anbetracht der äußerst fragilen
Situation eigentlich klar sein, dass diese Entscheidungen zur Unzeit
negative Konsequenzen nach sich ziehen können. Bleibt zu hoffen, dass sich
der Bürgermeister und die Gemeinderäte der Tragweite ihres Handelns bewusst
sind.
Bernd Kryzon

 


Leserbrief zur Gemeinderatssitzung vom 4.2.2014

veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung

 

Sagt Bürgermeister Weisbrich noch die Wahrheit?

 

In der Gemeinderatsitzung berichtete Bürgermeister Weisbrich unter dem Punkt „Verschiedenes“ dass die Kommunalaufsicht des Landratsamt Enzkreis auf eine entsprechende Anfrage der Bürgerinitiative Wimsheim erklärte, dass sie eine unverbindliche informatorische Bürgerbefragung bzgl. der Ansiedlung der Fa. C. Hafner in Wimsheim für rechtswidrig hält. Dabei unterstellte er gar der Bürgerinitiative, diese Antwort bewusst zu verschweigen und bezichtigte sie der Täuschung.

 

Am 12.02.2014 wurden wir in der PZ eines Besseren belehrt. Herr Rudisile, Leiter der Kommunalaufsicht, erklärte auf Nachfrage der PZ, dass sich die Antwort „eine Bürgerbeteiligung ist rechtlich nicht zulässig“ ausschließlich auf ein formelles Bürgerbegehren bezieht, es aber „für informelle Bürgerbefragungen keinerlei rechtliche Vorgaben gibt“. Auf diesen Standpunkt ruderte bereits im Dezember der Rechtberater der Gemeinde Prof. Büchner nach einer Anfrage durch die PZ zurück, nachdem er auf der Gemeinderatssitzung vor über 200 Besuchern noch behauptet hatte, dass eine informelle Bürgerbefragung auch unzulässig ist. Ich glaube nicht, dass Bürgermeister Weisbrich aus Unwissenheit so handelt. Für mich ist das eine klare Täuschung der Bürger, die in erster Linie die Verantwortlichen der Bürgerinitiative schlecht machen soll. Der Kommunalwahlkampf wirft seine Schatten voraus.

 

Die Glaubwürdigkeit von Herrn Weisbrich und Hafner Geschäftsführer Dr. Reissert werden sich auch an den Aussage messen lassen müssen, dass der höchste Schornstein mit einer Höhe von 21 Metern geplant ist und die weiteren Schornsteine niedriger bleiben werden (Hr. Weisbrich in der Gemeinderatsitzung am 04.02.2014 und Dr. Reissert am 07.02.2014 in einem PZ Interview). Dr. Reissert betonte sogar, dass man keine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutz-Verordnung benötige. Der Zuhörer bzw. der Leser reibt sich hier verwundert die Augen. Warum sind im Bebauungsplanentwurf Schornsteine bis zu einer Höhe von 36,4 Metern vorgesehen und warum ist der Bebauungsplan explizit für Unternehmen ausgelegt, die genehmigungspflichtige Anlagen nach der Bundesimmissionsschutzverordnung betreiben möchten.

 

Der Wimsheimer Gemeinderat steht hier in der Pflicht, den Bürgern eine klare und ehrliche Antwort zu geben.

 

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim.

 

 


 

Leserbrief von Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling gesandt an die Pforzheimer Zeitung und teilweise dort veröffentlicht am 24.1.2014: 

 

 

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“

Für viele Mitbürger unserer modernen „Überflussgesellschaft“ ist diese Weissagung der Cree-Indianer eine abgedroschene Phrase. Beim genauen Hinschauen bekommt sie in Pforzheim und im Enzkreis aber eine ganz neue Aktualität.

In Wimsheim sollen gegen den Willen eines Großteils der Bevölkerung die Aktivitäten der Gold- und Silberscheide-Anstalt C. Hafner, einem Unternehmen dessen Anlagen der 4. Bundes-Immissionsschutzverordnung unterliegen, in einem Wasserschutzgebiet und in unmittelbarer Nähe zu Schule, Kindergarten und Ortskern zusammengeführt werden.

In Wiernsheim sollen für die Ansiedlung eines Logistikzentrums der Fa. Bader 6 Hektar Grünfläche (mehr als 8 Fußballplätze nach FIFA Norm!) bebaut werden mit erhofftem Steuergeldsegen für Wiernsheim und großen Schwerverkehrslasten für die Nachbarortschaften Mönsheim und Wurmberg.

Offensichtlich geht es nur noch um den Egoismus von Kommunen bzw. derjenigen, deren Wohlergehen sich nur über die kommunalen Steuereinnahmen definiert.

Gleichzeitig verabschieden sich weitere namhafte Firmen aus Pforzheim, wie Behr oder Thales. So werden Industrieflächen hinterlassen, die möglicherweise aufgrund der Risiken bzgl. der Altlasten keine Interessenten finden und sich wohl wie schon an anderer Stelle nur noch für Parkplätze eignen werden.

Wäre es nicht höchste Zeit, diese kommunalen Egoismen in Frage zu stellen und im Stadtkreis Pforzheim/Enzkreis gemeinsam zum Wohle aller zu agieren. Das fängt m.E. bei einer Harmonisierung der jeweiligen Gewerbesteuerhebesätze an. Aus anderen Beispielen weiß ich, dass die Einsparungen von Gewerbesteuer für Unternehmen das Hauptargument ist, die städtische Umgebung zu verlassen und sich auf dem Land anzusiedeln.

Kann das der Wille für uns und für unsere Kinder sein? Als Beteiligter in der Ausbildung von jungen Ingenieuren sehe ich mich absolut nicht als industriefeindlich. Ich bin aber der Überzeugung dass wir vor neuem Landschaftsverbrauch bestehende Industrieflächen und Gewerbeflächen nutzen müssen.

Wurden in Pforzheim wirklich alle Möglichkeiten für die Fa. Bader abgewogen, oder geht es hier nur um die Einsparung von Steuergeldern.

Und wenn es dann nach einer Abwägung doch neue Flächen sein müssen, sollten solche gewählt werden, die mit möglichst geringen Belastungen für die Bevölkerung verbunden sind. So ist es rational nicht nachvollziehbar, dass die Fa. C. Hafner den Standort Wimsheim trotz der zuvor beschriebenen Lage, trotz schlechterer Verkehrsanbindung, trotz längerer Anfahrtswege für die Mitarbeiter, trotz großen Widerständen in der Bevölkerung und ab Sommer möglicherweise auch im dann neu gewählten Gemeinderat einer Ansiedlung im Pforzheimer Gebiet Buchbusch direkt an der Autobahnauffahrt PF-Nord vorzieht, die von der Stadt Pforzheim unterstützt wird.

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim.

 


 

 

Leserbrief von Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 21.12.2013:

 

Zum PZ Interview mit Wimsheims Bürgermeister Mario Weisbrich über ein heißes Jahr Ringen um die Industriepläne mit C.Hafner (19.12.2013)

 

In diesem Interview erleben wir einen vordergründig sehr nachdenklichen Herrn Weisbrich. Er möchte den Bürgern gegenüber die Empathie zeigen, die er m.E. seit über einem Jahr in der Auseinandersetzung um die Ansiedlung der Fa. C. Hafner in Wimsheim völlig vermissen lässt.

Verwunderlich ist allerdings, dass in diesem Interview die zwei elementaren Themen, die die WimsheiErmer Bürger bewegen, überhaupt nicht angesprochen wurden.

1. Er bleibt auch hier die Antwort schuldig, warum er in keiner Phase dieses Prozesses eine Bürgerbeteiligung erwogen hat. Seit dem Nachfragen der PZ beim Anwalt der Gemeinde Prof. Büchner (Bericht in der PZ am 11.12.2013), wissen wir dass diese in einer frühen Phase möglich gewesen wäre und in Form einer informellen Befragung auch immer noch möglich ist.

2. Das zweite in diesem Interview nicht besprochene Thema, das für die Wimsheimer Bevölkerung von zentraler Bedeutung ist, sind die zu genehmigenden Emissionswerte:

Die Fa. C.Hafner wirbt schon lange mit den aktuellen Emissionswerten, die selbst bei einer Ausweitung der Produktion angeblich im Bereich von Bagatellwerten bleiben. Die Wimsheimer Bürger bitten den Bürgermeister deswegen schon lange, die Fa. C. Hafner auf Grenzwerte, die diesen Emissionswerten entsprechen, festzulegen. In diese Richtung gibt es bisher keine sichtbaren Aktivitäten von Bürgermeister und Gemeinderat und keine Zusagen von Seiten C.Hafner. Bisher muss die Bevölkerung von zu genehmigenden Schadstoffgrenzen ausgehen, die sogar von einzelnen Befürworten der Hafner-Ansiedlung als „Horrorwerte“ bezeichnet werden.

Für mich bleibt das Fazit, dass dieses Interview nur ein erster Schritt von Herrn Weisbrichs PR-Strategie für sich und seinen gegenwärtigen Gemeinderat im Hinblick auf die Gemeinderatswahl im Frühjahr 2014 ist.

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling

Wimsheim

 

 


 

Leserbrief gesendet an die Pforzheimer Zeitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim:

 

 

Zum Leserbrief  "C. Hafner plant in Wimsheim - Wieder werden Ängste geschürt" von Herrn Duderstadt in der PZ vom 19.10.2013

 

 

Offensichtlich gehen den Befürwortern und vor allem den Vertretern der IFW die Ideen und Argumente aus. Außer die BIW und die Kritiker als Egoisten, Videofälscher, Lügner und Ängste Schürer (siehe Homepage der IFW) zu bezeichnen fällt den Befürwortern aus den Reihen der IFW nichts mehr ein. Daran schließt sich der Leserbrief von Herrn Duderstadt nahtlos an. Kein Wunder, dass die IFW aktuell ihre Aktivitäten eingefroren hat.

Herr Duderstadt bezeichnet die 38,5 Meter hochgestiegenen Ballons bei der BIW Aktion vom 13.10.2013 als viel zu hoch und viel zu breit. Ob die Schornsteine aktuell mit 36,4 oder 38,7 Metern geplant sind, ist letztendlich völlig zweitrangig. Hat man der Fa. C. Hafner erst mal ein Industriegebiet genehmigt und verkauft, hat die Gemeinde überhaupt keinen Einfluss mehr wie hoch und wie breit in Zukunft, z.B. bei der Entwicklung neuer Produkte oder neuer Produktionsprozesse die Schornsteine dann sein werden. 

Die Fa. C. Hafner hat bis heute nur die Immissionsbelastung auf Basis der aktuellen Produktion veröffentlicht und argumentiert mit dieser Belastung, bzw. der Belastung bei Ausweitung der aktuellen Produktion. Sie gibt allerdings (vielleicht aus gutem Grund?) keinerlei Information heraus, was in Zukunft darüber hinaus geplant ist. Aufgrund immer knapper werdender Rohstoffe wird sich beim Edelmetallrecycling in den nächsten Jahren bestimmt viel tun und die Fa. C. Hafner als anerkannt innovatives Unternehmen wird sicher mit dabei sein, wenn neue Recyclingverfahren entwickelt werden.

Solange sich die Fa. Hafner nicht zu bestimmten tatsächlichen maximalen Schadstoffmengen bekennt, hat die BIW keine andere Wahl als die Bürger über die möglichen Schadstoffausstoße zu informieren, die der Fa. C. Hafner genehmigt werden sollen. In der Stellungnahme des Bürgermeisters zum von Herrn Duderstadt zitierten jüngsten Flyer der BIW räumt Bürgermeister Weisbrich selbst ein, dass die Fa. C. Hafner aufgrund des aktuellen Bebauungsplanes im Grenzfall z.B. 7,8 kg Quecksilber und 8,5 kg Arsen pro Jahr ausstoßen darf. Von Werten unter der Bagatellgrenze wird plötzlich nicht mehr gesprochen. 

Diese Immissionen werden dann eben nicht mit den Windverhältnissen vom Sommerberg aus Bad Wildbad von den Schornsteinen wegtransportiert, wie in den Gutachten angenommen wurde, sondern mit den tatsächlichen Windverhältnissen in Wimsheim, die die Schadstoffe der Fa. C. Hafner mit deutlich geringerer Windgeschwindigkeit in der Regel direkt über den Ortskern der Gemeinde transportieren werden. 

Können wir in Zukunft noch guten Gewissens die Himbeeren aus unserem Garten essen?

Prof. Dr.-Ing. Stefan Döttling
Wimsheim

 

 


 


Leserbrief gesendet an PZ-News von Christian Vogler:

 

Weisbrich isoliert Wimsheim

 

Formaljuristisch hat Mario Weisbrich gut lachen, denn Bürgerbegehren haben es in Baden-Württemberg schwer, wenn erst einmal ein Bebauungsplanaufstellungsbeschluss gefasst ist. Das mag erklären, warum sämtliche höfliche Bitten, formelle Gesuche und Anträge der BIW, die C. Hafner-Ansiedlung zu überdenken und zu stoppen an den Gemeindeorganen abgeperlt sind wie Regentropfen von Outdoorbekleidung. Derjenige, der durch seine Amtsführung innerhalb des letzten Jahrs mitverantwortlich ist, dass die Bürgerschaft gespalten ist, gibt sich bei Kritik immer überaus dünnhäutig. Über die Medien ließ Herr Weisbrich kürzlich verlautbaren, dass es ihn störe, wenn man ihn einen Lügner nennt. Aber ansonsten scheint Herrn Weisbrich gar nichts zu stören. C. Hafner soll mit aller politischer Gewalt nach Wimsheim kommen. Da nimmt man als Kollateralschaden offensichtlich in Kauf, dass der Souverän, sprich die Mehrheit der Wahlbevölkerung gegen das Projekt ist.

Angst vor der eigenen Bevölkerung?

Anlässlich der Gemeinderatssitzungen in der Hagenschießhalle war kein Raum für Bürgerfrageviertelstunden. Warum auch, es ging dabei ja „nur“ um die Zukunft des Ortes. Und, wie wir am 17.09. feststellen durften, schmettert Herr Weisbrich in der jüngsten Ratssitzung den Antrag der BIW, eine informatorische Bürgerbefragung über C. Hafner durchzuführen mit einem Federstrich vom Tisch. Das verstehen selbst Hafner-Befürworter nicht mehr. Hiermit hat Herr Weisbrich die vielleicht letzte Chance verspielt, Glaubwürdigkeit für die Gemeindeorgane zurückzugewinnen. So entsteht der Eindruck, dass er Angst vor der eigenen Bevölkerung hat und so wird kurzerhand der anhängige Rechtsstreit in Mannheim als Vorwand genommen, weshalb man das eigene Volk nicht unverbindlich befragen könne.

Nur mit dem Bauplanungsrecht an seiner Seite kann eine Gemeinde nicht auf Dauer gegen das eigene Volk regieren. Ein Bürgermeister muss seine Bevölkerung mit ins Boot nehmen, wenn er ein Projekt dieser Größenordnung stemmen will. Da reichte die Möglichkeit einer „Kaffeefahrt“ zu C. Hafner im Januar 2013 ebenso wenig aus wie die unsägliche Werbeveranstaltung ohne Schornsteine.

Eine Watsch´n von der Nachbargemeinde

Doch es kommt noch schlimmer. Als ob die Spaltung Wimsheims nicht schon traurig genug wäre, geht nun mit der Gemeinde Friolzheim eine Gemeinde auf Distanz, zu der Wimsheim traditionell immer gut nachbarschaftliche Beziehungen unterhalten hat. Es ist höchst unüblich, dass sich ein Bürgermeister über die Medien über den Amtsstil eines Kollegen äußert. Wenn sich Michael Seiß enttäuscht zeigt und die politische Herangehensweise an den Fragenkatalog der Friolzheimer als ungeschickt bezeichnet, dann ist das eine rhetorische Watsch´n ins Gesicht von Herrn Weisbrich. Muss jetzt das gute Verhältnis zu den Bürgern aus Friolzheim auch noch Schaden nehmen?

Und C. Hafner?

Glaubt das Unternehmen selbst noch an den ausgegebenen Marketing- Gag, nur dahin gehen zu wollen, wo man willkommen sei? Um in Wimsheim willkommen zu sein, bedarf es weit mehr, als sich in Gemeinderatsitzungen demonstrativ in die erste Reihe zu setzen. Aber halt, ich vergaß, für Herrn Dr. Reisert sind ja die Gemeinderäte die allein maßgeblichen Personen, die den Willkommensmaßstab repräsentieren. Wenn dem so ist, erlauben Sie mir eine Frage, Herr Dr. Reisert:

Sind Sie als intelligenter Mensch gewillt anzuerkennen, dass neben der Mehrheit der Wahlberechtigten in Wimsheim nun auch demokratisch gewählte Gemeinderatsmitglieder des Nachbarorts Friolzheim kein Interesse daran haben, dass sich Ihr Unternehmen in Wimsheim ansiedelt?

Nachdem der Wimsheimer Gemeinderat und Herr Weisbrich nicht den Mut und die Kraft dazu haben, beenden Sie das unerträgliche Szenario endlich. Treten Sie mit der Stadt Pforzheim in einen konstruktiven Dialog ein und bauen Sie zeitnah dort, wo Sie tatsächlich willkommen sind!

Christian Vogler, 18.09.13


 

 

 


Leserbrief von Christian Vogler gesendet an die Leonberger Kreiszeitung:

 

 

Reitet die Gemeinde einen längst toten Gaul?

 

Es ist Endspurt im Bundestagswahlkampf und die Parteien werden kurz vor der Abstimmung allesamt nervös. Parteien wie die Grünen erkennen, dass sie offensichtlich einen völlig falschen Steuererhöhungswahlkampf führen, den sich selbst besserverdienende Wähler dieser Partei nicht leisten können. A propos Steuern, wer jüngst die Nachrichtenticker verfolgt hat, durfte interessiert feststellen, dass die FDP ebenso wie der Bundesfinanzminister die Gewerbesteuer infrage stellen. Rainer Brüderle wird in der Rheinischen Post wie folgt zitiert: „Gegen den Widerstand der Kommunen können wir das nicht regeln, aber im Grunde ist die Gewerbesteuer überflüssig“. Er fährt fort: “Den Städten wäre doch mehr geholfen, wenn sie zum Beispiel einen größeren Anteil an der Mehrwertsteuer bekämen“.

 

Die Reform der Gewerbesteuer war im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP vereinbart worden. Die Neuordnung der Kommunalfinanzen ist aber eines der liegengebliebenen Projekte der Regierungskoalition.

 

Und was hat das mit Wimsheim zu tun?

 

Die Gewerbesteuer dürfte bei einer Neuauflage einer schwarz-gelben Regierung bald der Vergangenheit angehören. Selbst in einer großen Koalition wird ein Wolfgang Schäuble in welcher Funktion auch immer als graue Eminenz wichtige Weichenstellungen beeinflussen. Seine jüngste Forderung als Bundesfinanzminister, die Gewerbesteuer durch ein eigenes Hebesatzrecht der Kommunen bei der Einkommensteuer zu ersetzen, wird in kürze wieder auf der Agenda eines sich neu konstituierenden Bundestages stehen.

 

Ich empfehle den Gemeindeorganen darüber nachzudenken, ob hier dem pro C. Hafner Argument „ nachhaltige Sicherung der Gemeindefinanzen“ nicht längst der Boden entzogen ist. Bis C. Hafner Gewerbesteuer zahlen müsste, ist die derzeitige Rechtslage Makulatur. Wenn aber die Gemeinde Wimsheim einen längst toten Gaul reitet, kann ich nur zum wiederholten Mal die Fragen aufwerfen:

 

Welchen Wert hat die nicht einmal vage Aussicht auf Gewerbesteuereinnahmen, wenn der Preis darin besteht, dass Wimsheim dauerhaft gespalten ist? Lohnt es sich vor diesem Hintergrund einen Betrieb anzusiedeln, der in letzter Konsequenz der Störfallverordnung unterfallen wird und der das Landschaftsbild für immer verschandelt und sicher keine saubere Luft aus seinen hohen Schornsteinen in die Atmosphäre bläst?

 

Die aufgeworfenen Fragen werden wie gewohnt im Wimsheimer Rathaus nicht ankommen bzw. ignoriert werden. In Wimsheim geht es den Konfliktparteien gerichtlich und außergerichtlich nur noch ums Recht haben. Sobald eine Partei nur ihre Stimme erhebt, betätigt die Gegenseite schon einen Abwehrreflex, ohne überhaupt inhaltlich zuzuhören, was der andere sagt. Und weil dem so ist, fordere ich erneut eine professionelle Mediation fürWimsheim, um den Konflikt so zu beenden, dass alle Parteien als Sieger vom Platz gehen.

 

Christian Vogler, Wimsheim, 13.09.13

 


 

Leserbrief von Bernd Kryzon zum LKZ-Artikel "Was genau macht eigentlich Hafner?"
vom 17.8.2013:


Um die Beeinträchtigungen die mit der Ansiedlung einer Scheideanstalt verbunden sind
neutral beurteilen zu können bedarf es keines Besuchs einer solchen.
Der Erkenntnisgewinn dürfte in der Größenordnung liegen, der ein Besuch des
Atomkraftwerks Fukushima kurz vor der Nuklearkatastrophe gebracht hätte.
Worüber sollen die Parteien reden ? Die Firma Hafner will offensichtlich mangels
Alternativen unbedingt nach Wimsheim und ein erheblicher Teil der Bürger aus
Wimsheim und den angrenzenden Ortschaften lehnen dies ab. Ein bisschen schwanger -
ein bisschen Hafner – wird es nicht geben. Um so mehr wäre ein Bürgerentscheid, der
von möglichst gut informierten Bürgern breit getragen würde, zu begrüßen.
Auf der Internetseite der Gemeinde Friolzheim (www.friolzheim.de) stehen unter
Friolzheim Aktuell - Stichwort Bebauungsplan "Breitloh-West II" Unterlagen zum
Download zu Verfügung. Diese liefern allemal mehr Erkenntnisgewinn als einen Termin
zum Kaffeklatsch bei Hafner.

Bernd Kryzon

 


 

Leserbrief von Silvo Eder - veröffentlicht am 3.8.2013 in der Pforzheimer Zeitung:

 

C.Hafner sieht sich immer noch willkommen!
Willkommen kenne ich anders! Die Fa. C.Hafner fühlt sich immer noch in Wimsheim willkommen. Also ich weiß nicht wie die Geschäftsführer von C.Hafner sonst immer empfangen werden, aber ich kenne das anders. Die beiden Geschäftsführer (Birgitta Hafner und Philipp Reiser) sollten mal einen Bürgerentscheid von der Gemeinde fordern, bevor Sie 35 Millionen € in Wimsheim investieren, um wahre Mehrheitsverhältnise zu prüfen. Nach so einem Bürgerentscheid sind die Mehrheiten geklärt und dann braucht das Gemeinderatsmitglied mit dreißigjähriger Amtszeit nicht mehr behaupten, das die BI Wimsheim eine Mehrheit vortäusche. Auch die 825 Stimmen im Februar übergeben an den in Wurmberg lebenden Bürgermeister von Wimsheim, Herr Weisbrich sind laut seiner Aussage manipulativ zustande gekommen. Im Mai 2014 ist Gemeinderatwahl und das Ergebnis wird die Meinung der Einwohner zu diesem Thema widerspiegeln. Wenn von diesen 11 Jasagern 7 nicht mehr gewählt werden, fühlen sich Frau Hafner und Herr Reisert dann nicht mehr willkommen in Wimsheim? Dann wird es aber zu spät sein weil Sie das Grundstück schon gekauft haben. Sollen doch beide am 10. September wieder nach Wimsheim kommen und mit den Demonstranten reden, (der Bürgermeister wie auch Gemeinderat trauen sich nicht) dann werden Sie hören, wie willkommen sie in Wimsheim sind. Die Demos gibt es seit Januar bei jeder Gemeinderatsversammlung. Der Bürgermeister wird von immer mehr Bürgern zum Rücktritt aufgefordert. Doch Herr Reisert findet den Protest nicht angemessen. Dass aber gegen den Willen der Wimsheimer ein Gewerbegebiet in ein Industriegebiet umgewandelt wird, ein Störfallbetrieb kommen soll, das finde ich nicht angemessen. Seit fast 800 Jahren hat Wimsheim kein Industriegebiet und keinen Störfallbetrieb. Ich möchte nur, dass die Mehrheit in Wimsheim entscheidet wie in einer Demokratie üblich und nicht ein Wurmberger, der kein Bezug zu der Bevölkerung hat. Ich möchte, dass die Mehrheit über den Vorgang bestimmt und wir wollen bei so einer wichtigen Frage die gesammte Bevölkerung mitnehmen und entscheiden lassen, nicht mehr und nicht weniger.
Silvo Eder

 


 

An die Redaktion der Leonberger Kreiszeitung gesandt:

 

Leserbrief zum Artikel
„Goldgrube oder Giftfabrik“ vom 15. Juli 2013 in der LKZ

 

Was, wenn der Golddukatenesel nur Dreck, Gestank und Unfrieden hinterlässt?
Wenn man den Aussagen des Gemeinderats und Hafner-Befürworters Peter Boßert
Glauben schenkt, dann steht der vermeintliche Geldsegen schon fest und ist wohl auch
gedanklich schon verplant. Was aber wenn der vermeintliche Golddukatenesel nur
Dreck, Gestank und Unfrieden im Ort hinterlässt ?
Herr Boßert weckt mit der Hafner-Ansiedlung feste Erwartungen auf wirtschaftliche
Prosperität. Das ist unseriös. Niemand, weder er noch Gemeindeverwaltung und
Gemeinderat noch Hafner selbst kann und wird dies garantieren. Die nicht von der Hand
zu weisenden Belastungen für den Ort selbst aber auch für umliegende Ortschaften sind
hingegen Fakt und werden selbst von ihm ja auch zumindest teilweise eingeräumt.
Nach den Grundsätzen eines vorsichtigen Kaufmanns lässt sich die vage Hoffnung auf
zusätzliche Einnahmen in der Gemeindekasse eben nicht „bilanzieren“, drohende
Belastungen hingegen schon.
Die Aussage „lieber ein, zwei große Betriebe als mehrere kleine Klitschen“ zeugt nicht
gerade von wirtschaftlichem Sachverstand im Sinne einer ausgewogenen Risikostreuung
und könnte von anderen Gewerbetreibenden durchaus als Affront aufgefasst werden.
Gerade die Abhängigkeit von einem großen Gewerbesteuerzahler machen die
Gemeindefinanzen unkalkulierbar, nicht umgekehrt. Und nicht selten sind die größten
Betriebe die kleinsten Gewerbesteuerzahler. Das „big money“ fest im Blick hat schon
manchen die Sinne vernebelt.

 

Bernd Kryzon, Friolzheim

 


 

 

Homöopathische Dosen


Da in der Diskussion um die Ansiedlung der Firma C. Hafner in Wimsheim immer wieder von homöopathischen Dosen gesprochen wird, sollte jedem klar sein, dass die Dosen der Homöopathie zwar gering aber sehr wirksam sind. Das Grundprinzip der Homöopathie nach S. Hahnemann lautet:

Ähnliches möge durch Ähnliches behandelt werden (similia similibus curentur)

 

Das heißt aber nicht, dass jeder mit Arsen, Blei, Kupfer, oder Quecksilber dauerbehandelt werden sollte. Bei homöopathischen Behandlungen ohne Befund wäre die wahllose Einnahme der o.g. Stoffe nicht gesundheitsfördernd – nein es wäre schädlich.

Sollen wir uns in Wimsheim in Zukunft etwa von den “Hafner’schen” homöopathischen Dosen dauerberieseln lassen?

 

Beitrag von Ute Buess (Heilpraktikerin), Wimsheim


 

Veröffentlicht in der Leonberger Kreiszeitung vom 8.7.2013:

 

Zu Besuch bei C. Hafner - eine Rückschau

  1. 1. Gewerbe und Industrie

Es ist unstrittig, dass die Firma C.Hafner ein Industriegebiet beansprucht. Industriegebiete (GI) dienen ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die in anderen Baugebieten unzulässig sind. Der Gesetzestext dafür lautet nun mal, „erheblich störende Gewerbebetriebe“.

Die Firma C.Hafner unterhält in der Innenstadt von Pforzheim, in einem Gewerbegebiet (GE) einen Gewerbebetrieb. Der erheblich störende Gewerbebetrieb (Scheiderei + Gekrätzveraschung) liegt in einem Industriegebiet (GI) auf der Wilferdinger Höhe. Fern von Wohnhäusern und fern von Menschen, die sich beschweren würden. Das wäre in Wimsheim anders.

 

  1. 2. Messwerte und Grenzwert

Die Firma C.Hafner spricht von IST-Werten, nur die Immissionswerte wurden nie gemessen, sondern in einer Simulation aus „repräsentativ gemessenen Emissionswerten“ und Wetterdaten aus Bad Wildbad für „Wimsdorf“ berechnet.

Warum werden diese auf Mensch und Natur einwirkenden Störfaktoren (Immissionen) nicht gemessen? Würde man die Immissionen am Standort in der Esslinger Straße auf der Wilferdinger Höhe messen, könnte  man Rückschlüsse ggf. auf Wimsheim ziehen. Das möchte man aber offensichtlich nicht.

Bezugnehmend auf die Messung der Emissionen (Austrag von Störfaktoren auf die Umwelt) am Standort auf der Wilferdinger Höhe ist anzumerken, dass diese nur einmal im Jahr durch ein zertifiziertes Unternehmen erfolgt. Dieser Termin ist im Voraus bekannt und hierfür werden von C.Hafner repräsentative Verbrennungsmaterialien, einmal für die Scheiderei und einmal für die Gekrätz-Veraschung bereitgestellt. Unter vorgegebenen Betriebsparametern findet die jeweilige Verbrennung statt. Die Abgase werden mit kalibrierten Gasdetektoren bestimmt. Und die in einer Abgasprobe enthaltenen Stäube werden aufwendig in einem Labor analysiert. Die Bestimmungen der Emissionswerte dienen der Prüfung zur Einhaltung der Grenzwerte. Bei einer Grenzwertüberschreitung muss das Regierungspräsidium informiert werden.

Somit ist das erfolgreiche Bestehen dieser kostenintensiven Prüfung sicherlich ein angestrebtes Ziel. Da mutmaße ich, dass die Firma C.Hafner sich verhält wie Jede(r) und die günstigsten Voraussetzungen für eine optimale Verbrennung vorbereitet.

Die Gekrätz-Veraschung ist eine Art Sondermüllverbrennung, bei der das zu veraschende Eingangsmaterial nicht eindeutig bekannt ist. Deshalb stellt man hier ein „repräsentatives Verbrennungsmaterial bereit.

Mir stellt sich nun die Frage, wie will die Firma C.Hafner den tatsächlichen Schadstoffauswurf über das gesamte Jahr nachweisen? Mit einer einzigen „repräsentativen Messung im Jahr?

Der Gesetzesgeber handelt hier bewusst und sagt, solche Betriebe müssen in ein Industriegebiet.

 

  1.  3. Ursache und Wirkung

Somit bestimmen nicht die BI, Herr Bieber und Herr Dr. Valet, ob die Firma C.Hafner einen erheblich störenden Gewerbebetrieb darstellt, sondern es liegt an den von dem Unternehmen ausgehenden und auf die Umwelt einwirkenden Störfaktoren, wie z.B. Gefahr- und Schadstoffe.

 

Siegfried Bueß


 

 


 

 

 

Veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 22.6.2013

 

Man muss nicht  zur Interessengemeinschaft oder zur Bürgerinitiative gehören, um sich seine Meinung zu bilden.

Gottseidank haben wir in unserem Land eine Demokratie mit freier Meinungsäußerung! In Wimsheim muss dies erst gelernt werden, wie mir scheint.

Jeder darf seine Meinung zu dem unglückseligen Umstand äußern, dass Herr Bürgermeister Weisbrich unbedingt die Fa. Hafner in Wimsheim haben will.

Was allerdings vermieden werden muss: Beleidigungen, Sachbeschädigungen, nur weil man anderer Meinung ist!

Das jedoch hat leider schon mehrfach stattgefunden, viele Plakate wurden auf Privatgrundstücken zerstört, auch mir wurde bereits gegen mein Auto getreten, und das ist nur ein Bruchteil dessen, was „man“ veranstaltet und versucht, andere Meinungen zu unterbinden!

Meine Meinungsbildung hat sich zusammengesetzt aus meinem Wunsch, meinen idyllischen Wohnort nicht zu verschandeln und nicht zu gefährden, aus den  Aktivitäten in der Verwaltung aus Beobachtungen von Gemeinderäten, die Bürgern den Vogel zeigten,und aus dem Vergleich der Aussagen der Bürgerinitiative und der Intressengemeinsachft für Wimsheim(IFW):

Aus meiner Sicht schneidet die BIW-Internetseite mit sachlicher Darstellung positiv ab, wohingegen leider die Website der IfW mit Verdrehung der Tatsachen glänzt. Dennoch wird die Meinung ihrer Mitglieder respektiert! So erwarte ich selbstverständlich, dass meine Ansichten ebenso respektiert werden!

Gaby Brückle, Wimsheim

 


 

Leserbrief von Jula Buess:

 

Was will die Fa. Hafner wirklich ?

 

Willkommen sein.

         Warum dann zwanghaft nach Wimsheim? - wo doch die Stadt Pforzheim
         unmissverständlich um die Firma wirbt, jedoch in Wimsheim eine ausgeprägte
 Abneigung
         angezeigt wird.

Ehrlich sein !

          Warum wurden die Schornsteine im Modell nicht integriert?

          Da diese doch eine markante Ausprägung der Architektur darstellen.
          Erst diese Schornsteine in ihrer Höhe und natürlich auch ihre Anzahl
          vollenden den
 Anblick.

          Auch die Angaben zu den Industrieabwässern werden den Bürgern in Wimsheim
          vorenthalten.Diese werden auch ohne Störfall, täglich in das

          Abwassersystem eingeleitet und sind voraussichtlich deutlich umweltbelastender.
          Als die der privaten Haushalte in Wimsheim.

Weder willkommen, noch ehrlich, ----besser berechnend sein !

          Ja die Fa . C. Hafner  kalkuliert mit ein, nicht willkommen zu sein!

          Auch die Angaben zu den tatsächlichen Schornsteinhöhen und deren Anzahl nicht zu
          nennen, denn hier ist „höher“ und „mehr“ für uns nicht besser.

          Beim Thema Abwasser , insbesondere innerhalb einer Wasserschutzzone, ist
          schweigen Gold wert! Und mit Gold kann man glänzen und blenden.

          zumindest  den Gemeinderat in Wimsheim, der die „ wahren“ ?  Geschichten  im
          Gemeindeblatt veröffentlicht und den Bürgern glaubhaft versichert,

          zu wissen, was gut für das einfache Volk ist.
          Ja, ein eigenes Industriereich, wo die Fa. C. Hafner nach Gutdünken recyceln kann,
          was sie will und soviel sie will. Unterstützung kommt eindeutig aus dem

          Wimsheimer Gemeinderat, welcher einer demokratischen Kultur ebenfalls abneigend
          gegenübersteht.

 

Nun noch ein Gedankenspruch an den Gemeinderat!

          Das Glück besteht nicht darin, dass du tun kannst was du willst, sondern darin,
          dass du auch immer willst was du tust.        (Leo Tolstoj)

                 

Jula Buess           Wimsheim

 

 


 

Leserbrief von Sandra Bischoff:

 

C Hafner gibt keine Bestätigung „das machen wir nie“

Die Aussage ist klar, dass Hafner mit Blick in die Zukunft nicht sagen könne, „das machen wir nie“.

 ( Artikel vom 19.4.2013 aus der PZ- Neben Arbeiten auch Tanken). Trifft diese Aussage auch auf die Verbrennung von Elektroschrott oder sonstigen Materialien der Zukunft zu?

Eine Firma die sich alles offenhält, ist viel zu riskant um sie in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet (das erste Wohnhaus ist ca. 500m entfernt) unter dem  Deckmantel eines eingeschränkten Industriegebietes zu errichten.

Am 26.4.2013 war die Öffentliche Bekanntmachung des Regierungspräsidiums in der PZ. Darin ging es um die Allgemeine Gold- und Silberscheideantalt AG über die Genehmigung zur Errichtung und Betrieb eines Abfallzwischenlagers zur Lagerung von gefährlichen Abfällen, einschließlich sehr giftiger und giftiger Stoffe mit einer Aufnahmekapazität von mehr als 10 Tonnen pro Tag“.

Aber natürlich will uns die Firma Hafner in Ihrem  ebenfalls am 26.4.2013 zusammen mit dem Gemeindeblatt in meinem Briefkasten geworfenen  Flyer sagen, das Gold und Silberscheideanstalten  insbesondere die Firma Hafner, völlig harmlos sind.

Wieso braucht dann eine  Gold- und Silberscheideanstalt so ein Abfallzwischenlager mit gefährlichen giftigen und sehr giftigen Abfällen.

Wo leben wir denn, was zeichnet Wimsheim aus?  Wimsheim ist die kleinste selbständige Gemeinde im Enzkreis. Wir haben bislang noch sehr einkommenssteuerkräftige Einwohner, die den Ort aufgrund der ruhigen ländlichen Umgebung schätzen.

Nicht ohne Grund benötigt eine Gold-und Silberscheideanstalt mehrere  20 Meter hohe Schornsteine. Der Schadstoffausstoß ist tatsächlich da, denn die Schornsteine geben keine sauberere Luft von sich als wir derzeit in Wimsheim haben!

Wenn keine Schadstoffe herauskämen,  würde ein normaler Schornstein genügen.

Es gibt immer noch Menschen in der Gemeinde, die sich weigern, sich mit diesem, -  zugegeben komplexen Thema- , auseinanderzusetzen. Lieber vertrauen Sie auf die Aussagen der Gemeinde, die auch nur den von C. Hafner in Auftrag gegebenen Gutachten  glaubt, ohne sich selbst die Mühe zu machen, wenigstens diese Gutachten einmal genauer zu hinterfragen. Sogar eine Gruppe hat sich gegründet, die offenbar nur, dem Bürgermeister und C. Hafner vertraut, sich aber nicht informiert und wie von einzelnen Gruppenmitgliedern zu hören ist. - auch kein einziges Gutachten liest. Wie kann so, eine objektive Meinung gebildet werden?

Warum willein Bürgermeister und sein Gemeinderat, so eine gravierende Entscheidung allein auf Ihren Schultern tragen? Ist diesen Menschen nicht klar, dass Sie für Ihr Verhalten irgendwann möglicherweise zur Verantwortung gezogen werden?

Solch eine Entscheidung würde ich nicht auf meine Schultern laden.

Sandra Bischoff

 

 


 

Leserbrief von Bernd Nagel, veröffentlicht in der Leonberger Kreiszeitung am 25.4.2013:

 

Harte Fakten?

Die IFW in Wimsheim beruft sich fortwährend auf ihre harten Fakten, bei  deren genauerer Betrachtung sich die eine oder andere Frage auftut.

So wird der Schadstoffausstoß der Fa. C.Hafner mit dem eines 4 KW Holzofens verglichen. Sollte dieser Vergleich zutreffen, muß man sich doch die Frage stellen dürfen, warum dann nicht jeder Holzofen betreibende Haushalt einen 28 m hohen Schornstein installieren muß? Liegt es vielleicht an den fehlenden Schwermetallen?

Weiterhin werden Schadstoffmesswerte unterschiedlichen Datums präsentiert. Waren die Messwerte gleichen Datums vielleicht etwas ungünstiger?  Darüberhinaus liegen die präsentierten Werte weit unterhalb der Werte des TÜV-Berichtes, den C.Hafner eigens in Auftrag gegeben hat. Schenkt man den Gutachtern vom TÜV, die das gelernt haben, nun plötzlich kein Vertrauen mehr, oder hat man festgestellt, daß die Werte im Bericht doch höher sind, als man dies gerne hätte?  Über den Ausstoß von Schwermetallen wie Blei, Quecksilber oder Cadmiumsuche ich auf der Webseite der IFW vergeblich nach konkreten Zahlen und finde nur pauschalisierende Aussagen.

Daß die Lärmemissionen durch den zusätzlichen Verkehr unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegen, war zu erwarten. Die Emissionen sind bei einem Stau auf der A8 und dem daraus folgenden, über Wimsheim´s Straßen umgeleiteten  Verkehr,sicherlich höher. Weitaus wichtiger wäre es gewesen, wenn die Gemeinde ein Gutachten beauftragt hätte, in dem die zu erwartenden zusätzlichen Lärmemissionen infolge des Abholzens von 5,5 ha Wald untersucht worden wäre.

 

Bernd Nagel

Wimsheim

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Leserbrief zum Thema:  Industriegebiet und Ansiedlung von C.Hafner in Wimsheim

veröffentlicht in der Pforzheimer Zeitung vom 27.4.2013 von Werner Hartmann: 

 

Es ist nicht alles Gold was glänzt II

 

Fakten!

 

Nun ist die Katze aus dem Sack, aus Bagatellen werden Kilogramm und meine Befürchtungen wurden wahr. Nach dem nun die Schadstoffmassenstromberechnungen nach den Werten aus dem Gutachten der Firma C.Hafner für Krätze, Schmelze und Scheide berechnet und veröffentlicht wurden, kann man nicht  mehr von Bagatellen reden. 5,6 Kilogramm Quecksilber und 60 Kilogramm Blei werden aus den Anlagen der Firma C. Hafner, im Einschichtbetrieb, in einem Jahr in die Luft geblasen. Quecksilber wurde im Jahre 2009 in Thermometern als Anzeigemedium in der EU verboten, da es hochgiftig und krebserregend ist. Rechnet man diesen Ausstoß von Quecksilber aus den Anlagen der Firma C.Hafner auf 10 Jahre hoch kommt man auf eine Summe von ca. 56 Kilogramm. Blei wurde 2003 als Auswuchtgewicht an Autofelgen in der EU verboten. Als Grund wurde die Verschmutzung vom Trinkwasser aufgeführt. Blei führt nachweislich zu Schädigungen des Nerven-, Kreislaufsystem und zu Nierenschäden. Der zulässige Wert für Blei wurde aus diesen Gründen, in einem Liter Trinkwasser von 40µg auf 10µg 2013 gesenkt. Rechnet man die Jahreswerte für Blei aus den Anlagen der Firma C.Hafner auf 10 Jahre hoch kommt man auf einen Wert von ca. 600 Kilogramm. Wenn nun die verlängerte Werkbank von C.Hafner (Industrie für Wimsheim) noch von Bagatellen(Werten) spricht, dann sorgt sich diese nicht um das Wohl und die Gesundheit der Wimsheimer und Friolzheimer Bürger sondern nur um das Wohl der Firma C.Hafner. Diese Belastungen für die Umwelt sollten auch Herrn Weisbrich bekannt sein, da er sich mit Krätze u.s.w. aus seiner Lehrzeit bei der Firma C.Hafner bestens auskennt. Diese Belastungen für die Umwelt, werden die zu tragen haben, die noch nicht geboren sind. Darum finde ich es toll, dass es über 1300 umsichtige, hinterfragende und mündige Bürger aus Wimsheim und Friolzheim gibt die sich zum Ziel gesetzt haben, ein Industriegebiet und die Ansiedlung der Firma C.Hafner in Wimsheim zu verhindern.

Alle Messwerte und Berechnungen sind unter www.bi-wimsheim,de und unter www.planetkaizen.de abrufbar.

 

Denn ein altes Sprichwort sagt es schon „Es ist nicht alles Gold was glänzt“

 

Werner Hartmann Wimsheim               

 

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Leserbrief von Claudia Nagel veröffentlicht am 27.3.2013 in der Leonberger Kreiszeitung und

am  6.3.2013 in der Pforzheimer Zeitung:

 

Wahre Werte - Kein Industriegebiet im Dorf!

Als eine über Generationen mit Wimsheim tief verwurzelte Bürgerin liegt mein Interesse am Erhalt des dörflichen Charakters, dem ländlichen Charme und dem hohem Erholungswert durch relativ saubere Böden und gute Luft. Wir leben da, wo andere Urlaub machen. Mit einem Industriegebiet lässt sich dies nicht vereinen, ganz besonders dann nicht, wenn der Großteil der Emissionen durch die vorherrschende Windrichtung permanent in den Ort geleitet werden.

Für die Weiterentwicklung einer Gemeinde wie Wimsheim gibt es wahrlich zukunftsträchtigere Wege als den Vorgesehenen!

Heute geht es nicht mehr um höher, schneller, weiter, sondern um den Erhalt der noch verbliebenen wenigen unberührten Flächen im Enzkreis und deren sinnvolle Verwendung, was auch mir sehr am Herzen liegt!

Was über viele Generationen aufgebaut wurde, kann mit nur 1 Industrie-Unternehmen zunichte gemacht werden – nicht heute oder morgen, aber vielleicht schon übermorgen werden sich die Landwirte und Nebenerwerbsbauern am Ort damit befassen müssen, wie sie den Nachweis über die Unbedenklichkeit ihrer Produkte führen können.

Wer sich für das Leben auf dem Lande entscheidet, ist sich den Vor- und Nachteilen sehr wohl bewusst. Die Fahrt zur Arbeit und Einkauf in nahegelegene Städte ist dabei kalkulierte Nebensache und wird gern in Kauf genommen. Es ist eine bewusste Entscheidung für das Leben in der Natur , mit all seinen Vorzügen in Bezug auf Erholung und Gesundheit - ein Rückzugsort in der immer schnelllebigeren Zeit.

 Ich bin davon überzeugt, dass sich die Wimsheimer Bürgerinnen und Bürger sehr wohl über beide Seiten der Medaille bezüglich des geplanten Industriegebietes und der Ansiedlung der Firma  C. Hafner bewusst sind und deshalb in dieser für die Gemeinde wichtigen und weitreichenden Entscheidung in Form eines Bürgerentscheids gehört werden sollten.  An die Gemeindevertreter appelliere ich,  die  bereits klare große Anzahl von Gegnern des geplanten Industriegebietes nicht zu ignorieren.

Für ein ehrliches und gesundes Wimsheim!

Claudia Nagel

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Leserbrief von Silvo Eder veröffentlicht am 23.3.2013  in der Pforzheimer Zeitung:

 

Leserbrief
Bürgermeister deformiert Unterschriftenaktion,
leider musste ich in der Presse lesen, wie der gewählte Bürgermeister aus Wimsheim die Unterschriftenaktion der BIW Bürgerinitiative Wimsheim bemängelte. Die BIW ist eine Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung der Fa. C.Hafner und für ein Gewerbegebiet in der kleinsten Gemeinde im Enzkreis. Vor fast 3 Jahren war Herr Weisbrich so stolz darauf, bei der Bürgermeisterwahl die Mehrheit erreicht zu haben. Im März 2013 hat annähernd die identische Stimmenzahl Sie keinen Wert, weil angeblich noch nicht alle Argumente “auf dem Tisch“ sind. Dass er sich demgegenüber nicht öffentlich vom Offenen Brief der IfW (mit gegründet von einem Gemeindrat) distanzieren, stimmt mich sehr nachdenklich. Dafür bemängelt er öffentlich, den Wahrheitsgehalt des Flugblattes der BIW. Mein Kenntnisstand ist, dass nur das Wappen und eine fehlerhafte Quellenangabe (Copyright, Formfehler) richtig gestellt werden mussten, nicht aber der Inhalt. Warum beklagte dieselbe Person in der Pforzheimer Zeitung am 31.10.2011, das Wimsheim im Gewerbegebiet leider voll ist und keinen Platz anbieten kann. Beim Verkauf des gesamten Areals an C.Hafner bleibt dieser Zustand über Jahrzehnte. Andere Bürgermeister wären froh, so ein Potential in der eigenen Gemeinde zu haben, er deklassiert und bagatellisiert aber den Erfolg der BürgerInitiative Wimsheim BIW öffentlich. Unsere Gemeinde Wimsheim kann durch den Ausbau von Porsche in Weissach und die Ansiedlung Bosch in Renningen zu einer Toplage heranwachsen. Nur wenige punktuelle Aufwertungen müssen vorangetrieben werden, die unser Dorf noch schöner machen. Bei dieser Attraktivität ziehen die Mitarbeiter mit Familien verstärkt nach Wimsheim, die Schule muss nicht geschlossen werden wegen Kindermangel, egal wieviele Schulreformen noch kommen u.s.w…. Ein Industriegebiet mit einer Firma die der Störfallverordnung unterliegt und min. 22m -28m hohe Schornsteine haben wird (die am Modell immer noch fehlen) ist nach meiner Einschätzung wachstumshemmend. Der Einkommensteueranteil in Wimsheim ist bisher schon 50 % höher als der Gewerbesteueranteil. Diese Einnahmequelle können wir gern zusammen vorantreiben, das funktioniert sicherlich genauso gut, wie die Zusammenarbeit bei den Photovoltaikanlagen von der Hagenschießhalle oder Kindergarten/Schule, die sehr erfolgreich einspeisen. Mehrere Versuche meinerseits den Schultes zu erreichen misslangen, wahrscheinlich hat er so viele Termine, dass ein Telefonat nicht möglich ist.
Silvo Eder, Wimsheim

 

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