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Leserzuschrift zum Artikel „Kasperletheater“ von Julia Falk/PZ-News

Leserzuschrift zum Artikel „Kasperletheater“ von Julia Falk/PZ-News 08.08.2016

veröffentlicht am 2.7.2016 in der Pforzheimer-Zeitung

  

Wer gehofft hatte, daß nach den Auseinandersetzungen um die Ansiedlung von C. Hafner in Wimsheim und im Gefolge personeller Änderungen des Gemeinderats nach den Kommunalwahlen 2014 im politischen Leben der Gemeinde Ruhe einkehren würde, sieht sich getäuscht. Der tiefe Graben zwischen den Ratsmitgliedern von ehedem und den „Neuen“ bricht immer wieder auf, wobei sich die Emotionen vorzugsweise an neuen Themen entzünden, die mit Hafner gar nicht zusammenhängen. Der anwesende Zuschauer erlebt regelmä­ßig zwei einander feindselig gegenüber stehende Parteien, die augen­scheinlich nicht uni sono vom Streben nach einer gedeihlichen Entwicklung der Gemeinde beseelt sind, wie man dies eigentlich erwarten müßte. Während die „Neuen“ ihre vor der Wahl avisierten Themen einzu­bringen versuchen, legen die „Alten“ das Schwergewicht ihres Bemühens auf die Abwehr jeglicher Aktivitä­ten der „Neuen“, die ihnen angesichts der Stimmenvertei­lung von 7:5 fast garantiert ist.

Den Bürgermeister, Vorsitzender und stimmberechtigtes Mitglied des Gemeinderats in personam, findet man ausnahmslos auf der Seite der „Alten“ und damit in permanentem Gegensatz zu den „Neuen“, was im Grun­de beweist, daß jeder Gemeinderatssitzung eine Art partikulärer Vorabstimmung vorausgeht. Den „Neuen“ steht ein monolithischer Block gegenüber, der jeden Versuch einer Kooperation kategorisch verhindert.

Dem Vorsitzenden obläge es, im Interesse der Arbeitsfähigkeit des Gesamtrats, ausgleichend zu wirken und aufkommende Zwistigkeiten zu moderieren. Dies macht die Qualität eines guten Gesprächsleiters aus, erfordert jedoch dessen Überparteilichkeit, wenn er glaubwürdig bleiben will. Bürgermeister Weisbrich hat bei vielen Gelegenheiten den Beweis erbracht, daß es ihm gerade an diesen Eigenschaften gebricht und mithin an der Fähigkeit, ein öffentliches Amt zum Wohle aller Bürger auszuüben. Ernsthafte Beiträge von Mitgliedern des Gemeinderats als „Kasperletheater“ zu apostrophieren, ist nicht nur momentaner Ausfluß ei­ner Unbeherrschtheit, sondern kann als aktive Beleidigung aufgefaßt werden. Es dürfte schwer sein, in die­ser feindseligen Atmosphäre gemeinschaftlich dem gemeindlichen Wohl zu dienen, und man kann Zweifel haben, ob dies vom Bürgermeister und seinen Gesinnungsgenossen überhaupt gewollt ist. Die Mög­lichkeit – vielleicht auch die Pflicht – liegt bei Letzteren. Ihre Nutzung gereichte jenen zur Ehre und der Gemeinde zum Wohle.

 
Wolfgang Jentner, Wimsheim

 

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